Sacred – Der Schattenkrieger: Folge 1 – Die Auferstehung
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Inhalt:
Vor langer Zeit gab der Krieger Garlan sein Leben im Kampf für die Freiheit aller Völker Ancarias. Doch das Schicksal hat anderes vor, als ihn in Frieden ruhen zu lassen.
Der Großinquisitor des finsteren Kults der Chaosgöttin Ker reißt Garlan aus dem Jenseits zurück in die Welt der Lebenden und verwandelt ihn in einen Schattenkrieger – eine gefährliche, unberechenbare Kreatur, in deren Herzen unbändiger Hass brennt. Als Werkzeug wider Willen soll der Wiedererweckte eine riskante Reise in eine entlegene Wüstenregion unternehmen, wo tief im Innern eines Berges ein Geheimnis schlummert, das die Macht in sich birgt, ganz Ancaria zu vernichten...
Meinung:
Mit »Der Schattenkrieger – Die Auferstehung« liegt das zweite Hörspiel aus dem Hause weirdoz* vor. Es ist der erste Teil des fünfteiligen Prequels zum Computerspiel »Sacred 2 – Fallen Angel«, dessen vier weitere Teile im 2-Monats-Rhyhtmus veröffentlicht werden; folglich muss man sich darauf gefasst machen, dass man nur den Bruchteil einer actiongeladenen Fantasy-Geschichte zu hören bekommt.
Dem zu erwartenden Gesamtumfang entsprechend ist der Aufbau der Geschichte: Sie wird relativ langsam und ausführlich entwickelt und man nimmt sich Zeit für die Einführung der involvierten Figuren, die durch ihre jeweilige Handlungsweisen und Interaktionen ziemlich klar charakterisiert werden. Die Vielzahl von Handlungsorten, Charakteren und ineinander verschachtelten Szenen garantieren Abwechslung und einen guten Spannungsaufbau, wobei man dem Geschehen zu jeder Zeit problemlos folgen kann – auch wenn zunächst nicht so ganz klar ist, worum es eigentlich geht.
Das ändert sich mit der Erweckung des Schattenkriegers, mit der die Geschichte Fahrt aufnimmt; nicht zuletzt deshalb, weil schnell deutlich wird, dass der als Kampfmaschine erweckte Wiedergänger nicht ganz so funktioniert, wie er sollte, sondern einen Teil Gutes in seinem Wesen bewahrt hat – was jetzt schon interessante Konflikte für den weiteren Verlauf der Story verspricht.
Die Sprecher machen bis in die letzte Nebenrolle (man denke an die Blind-Guardian-Musiker als Briganten) einen guten bis sehr guten Job. Thomas Fritsch in der Besetzung als Schattenkrieger stehe ich – vollkommen subjektiv! – allerdings zwiespältig gegenüber: Er liefert zwar ebenfalls eine gute Vorstellung ab, für mich klingt seine Stimme aber etwas zu alt und irgendwie nicht spritzig genug für die Rolle einer »übermenschlichen Kampfmaschine«.
Wie von weirdoz* nicht anders zu erwarten, ist die Sounduntermaltung der Geschichte klasse und vermittelt eine sehr gute Atmosphäre. Der Titelsong von Blind Guardian mag nicht jedermanns Sache sein, passt aber gut zum Hörspiel.
Übrigens schadet ein Blick ins Booklet (das in der DV-Version vier Seiten mehr hat und dementsprechend mehr Informationen bietet) vor dem Hören nicht: Im Glossar finden sich ergänzende Informationen zur Geschichte, etwa zu T-Energie, Tempelwächtern oder Großem Krieg – was ich für seine sehr gute und elegante Vorgehensweise halte, da eine ausführliche Erklärung im Rahmen des Hörspiels zu weit führen und den Ablauf stören würde.
Fazit:
Sound und Atmosphäre sind top, die Geschichte hat die typischen kleineren Probleme einer Einstiegsfolge, in der erst mal die Handlung entwickelt werden muss und alle Figuren einzuführen sind. Alles in allem ein vielversprechender erster Teil der Sacred-Vorgeschichte, die allerdings endet, bevor es so richtig losgeht!
Zur DVD-Version:
Ich denke, dass die Besitzer einer Dolby-Digital-Anlage (zu denen ich leider nicht zähle) unbedingt zur DVD-Version in Dolby 2.0 und 5.1 greifen sollten – schon der Sound über eine normale Anlage lässt ahnen, dass sich die Investition rentiert. Das Zusatzmaterial (u.a. Trailer und Artwork des PC-Spiels, Blind Guardian und andere Schauspieler beim Einsprechen ihrer Rollen, ein Blick hinter die Kulissen des Sounddesigns und das Mini-Hörspiel zur Entstehungsgeschichte) ist interessant anzuschauen, die Anschaffung der 5 Euro teureren DVD-Version lohnt aber m.E. trotzdem nur dann, wenn man die Vorteile des Dolby-Sounds nutzen kann.