Kann beim Reinigen mit Reinigungsflüssigkeiten in besagten Reinigungsmaschinen eigentlich der selbe Effekt wie bei nass gespielten Schallplatten auftreten? - Man sagt doch, dass nass gespielte Platten nicht mehr ohne Probleme trocken zu abzuspielen sind. - Warum eigentlich?
Nein, im Gegenteil. Mit einer Plattenwaschmaschine kriegt man in der Regel auch nass abgespielte Platten wieder sauber. Beim nass abspielen ist der Effekt, dass du praktisch den Schmutz in der Rille aufschwemmst und vor dir herschiebst. Beim Abspielen wird dann zwar das Knistern verhindert, allerdings wird der Schmutz dabei auch gleichzeitig wie so eine Art "Rillenbeton" in die Rille gepresst. Wenn er trocknet, ist es beim Trocken Abspielen schlimmer als vorher. Die Plattenwaschmaschine schwemmt den Schmutz auch zunächst auf, alles was Wasser- und Fettlöslich ist wird zunächst aufgeweicht und aufgewemmt, und dann saugt die Maschine mit starkem Unterdruck allen Dreck raus.
Ich vermute, dass diesen Effekt auch die Methode mit dem Holzleim versucht, dass also der Leim den Schmutz binden soll, ohne sich zu fest mit dem Vinyl zu verbinden. Wenn man es dann abzieht, bleibt im Optimalfall der Schmutz an der harten Leimschicht hängen. Ich hätte allerdings Angst, dass auch Reste von dem Leim in der Plattenrille hängen bleiben. Und Und wenn dann die Nadel drübergeht, hm. Ein entsprechendes Verfahren gibt es auch zu kaufen, so eine Paste, die man auf die Platte gibt und dann nach Trockenwerden abzieht. Aber das hat alles den Nachteil, dass der festsitzende Dreck vorher nicht aufgeschwämmt und gelöst wird und zudem Reste der Paste hängenbleiben können, was den Reinigungseffekt wieder zunichte machen würde. Auch ist das vom Reinigungsmittel natürlich ein ziemlich teures Verfahren. Das Isoprop-Gemisch ist auf die einzelne Platte gesehen im Prinzip kostenlos, wenn man einen Kanister Ispropanol (gibt's als Putzmittel) mit Bügelwasser mischt. Ich habe bis jetzt ca. 15000 Platten gewaschen und bin bisher mit gut zwei Kanistern ausgekommen.
*neidischguck*. Ja... (seufz), das wär´ schon was. Aber bummelich 2500 Ocken sind mir dann doch einwenig zu viel. Da würde ich dann eher in "Traumhörspiele" investieren...
Das ist der kleine Haken bei der Clearaudio, die ist in der Tat eher für den professionellen Einsatz gedacht, wo Zeit Geld ist, also die gleichzeitige beidseitige Reinigung einfach nochmal erheblich Zeit spart. Und Clearaudio ist ja auch der Porsche bei den Schallplattensachen, bei denen kannst du auch einen Plattenspieler für 100000 Mucken kaufen. Aber es gibt ja auch günstigere Varianten. Ich hatte vorher eine Moth RCM MK II, die gibt es schon für 600 Euro. Die steht übrigens immer noch bei mir rum. Sie hatte zwischendurch ein Spindelproblem, weswegen ich mir eine neue gekauft habe. Aber ein Freund von mir hat sie wieder repariert. Da braucht man allerdings geduldige Mitbewohner und einen Gehörschutz bei der Arbeit.