Heute im Sortiment:
Plaudereien im Zug, Jesus in echt, Liebesbeziehungen in der Krise und Krieg in der Familie
Das Geräusch der Anderen 8:
Die zwei Schwestern
Autor(en): Nina Ender (BRD)
Produktion: RBB 2005
Regie: Regine Ahrem
Inhaltsangabe: Ein Mietshaus wie viele andere in Berlin. Stille gibt es nicht. Die Wände haben Ohren. Und ob man will oder nicht. Man teilt das Leben seiner Nachbarn. Aber manchmal ist das, was man hört, noch lange nicht, was wirklich geschieht. In neun Episoden führen uns die Hörstücke durch das Innenleben eines ganz normalen Berliner Mietshauses und lassen uns teilhaben an den kleinen und großen Dramen, die sich hinter den verschlossenen Türen ereignen.
Im Rahmen einer Lehrveranstaltung haben Studenten des Studiengangs Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin sich auf die Spur von Geräuschen begeben. Von Geräuschen, die uns alltäglich umgeben. Und die unser Handeln möglicherweise auf unvorhergesehene Weise beeinflussen.
Mit:
Stefan Baumecker, Judith Engel, Katja Teichmann
Laufzeit: ~ 5 Minuten
Sendetermine: RBB Kultur - Mittwoch, 4. April 2007, 14:10 Uhr (Ursendung)
Das Evangelium nach Jesus Christus
Autor(en): José Saramago (Portugal 1922)
Produktion: NDR 2007
Bearbeitung Literatur
Regie: Hans Gerd Krogmann
Bearbeitung: Hans Gerd Krogmann
Komposition: Michael Riessler
Übersetzung: Andreas Klotsch
Inhaltsangabe: Der portugiesische Nobelpreisträger erzählt die Geschehnisse des Neuen Testaments auf spannende Weise als eine Art Reportagebericht über das Leben Jesu. Darin lässt er Jesus - wie auch Gott und den Teufel - selbst zu Wort kommen. Jesus erscheint als Suchender und zugleich sündiger Mensch, der erst schrittweise seine göttliche Bestimmung erfährt. Er trägt die Schuld seines Vaters Josef mit sich, der, um seinen Sohn zu retten, die Einwohner Bethlehems nicht vor der bevorstehenden Ermordung ihrer Kinder gewarnt hat. Ein Hirte, identisch mit dem Engel der Offenbarung und zugleich dem Teufel, wird zur Schlüsselfigur, Jesus seiner Bestimmung zuzuführen. Der Menschensohn erscheint nur als Teil von Gottes Plan, seine Macht zu erhalten, die er durch die mangelnde Gläubigkeit seines Volkes bedroht sieht. Dafür benötigt Gott einen Märtyrer. Erst am Kreuz und in dem abgewandelten Ruf gipfelnd "Menschen, vergebt ihm, denn er weiß nicht, was er getan hat", erkennt Jesus die ihm zugedachte Rolle. Saramago stellte in seinem 1991 erschienenen und im katholischen Portugal heftig umstrittenen Roman das Evangelium in einen religionskritischen Diskurs, der gegenwärtig hochaktuell erscheint.
Gesamtlaufzeit: ~ 180 Minuten
Sendetermine: NDR Kultur - Mittwoch, 4. April 2007, 20:00 Uhr - Teil 1 von 2 (Ursendung)
Bären Relativ
Autor(en): Anton Rey (Schweiz 1952)
Produktion: DRS 2007
Regie: Claude Pierre Salmony
Komposition: Hans Hassler
Inhaltsangabe: Vier Leute besuchen die schweizerische Bundeshauptstadt rein zufällig am selben Tag. Und rein zufällig kommen sie am Abend in einem Abteil desselben Zuges nach Olten zusammen und lernen einander kennen. In ihrem Gespräch erörtern sie ganz grundlegende Fragen, zum Beispiel, was Einstein mit seiner Relativitätstheorie genau gemeint hat, was im internationalen Kunsthandel geschehen würde, wenn das Berner Zentrum Paul Klee das ganze Werk des fleissigen Künstlers auf einmal verkaufen würde, oder was ein Bär kostet.
Mit:
Birgit Steinegger, Gilles Tschudi, Hans-Rudolf Twerenbold, Edward Piccin, Franziska von Grünigen, Kwasi Nyankson
Laufzeit: 37 Minuten
Sendetermine: DRS 2 - Mittwoch, 4. April 2007, 20:00 Uhr (Ursendung)
Wenn man noch einmal beginnen könnte
Autor(en): Alain Franck (Frankreich 1927)
Produktion: BR 1977
Originalhörspiel int. / Krimi
Regie: Peter M. Preissler
Übersetzung: Maria Frey
Inhaltsangabe: Eine Dreiecks-Geschichte mit tödlichem Ausgang.
Jean-Louis ist ein redlicher, junger Architekt. Seit einem guten Jahr lebt er glücklich mit Carole zusammen, die seinetwegen ihren reichen Mann Frederic verlassen hat. Eines Tages kommt Frederic unerwartet zu Besuch und engagiert Jean-Louis als Architekten für die 'Waldstadt', ein gigantisches Bauprojekt, das über 4.000 Wohnungen umfasst. Jean-Louis nimmt das Angebot freudig an. Alles scheint bestens, aber das Dreiecksverhältnis macht ihm die Arbeit zunehmend schwer. Und Frederic ist kein Mann, der sich die Zügel einfach aus der Hand nehmen lässt.
Mit:
Karl Maldek, Johanna Mertinz, Tonio von der Meden, Alexander Malachovsky
Laufzeit: 56 Minuten
Sendetermine: BR 2 - Mittwoch, 4. April 2007, 20:30 Uhr
Enigma Emmy Göring
Autor(en): Werner Fritsch (BRD 1960)
Produktion: SWR 2006
Regie: Werner Fritsch
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats, Hörspiel des Jahres (ARD)
Inhaltsangabe: »"Enigma Emmy Göring" ist der Versuch, zwei Phänomene des vergangenen Jahrhunderts, die Masseneuphorie und Massenhysterie hervorgerufen haben, auf spielerische Weise ineinanderzuspiegeln: Dass diese Wirkungen - zum Glück! - die denkbar konträrsten sind, ist der Stein, aus dem die komischen, aber auch die abgründigen Funken der Inszenierung geschlagen werden, die gerade dadurch im Idealfall Erkenntnis zulassen. Insgesamt die Umkehrung all der Texte, die ich geschrieben habe, um Sprachlosen Stimme und vom Vergessen bedrohter Erinnerung Raum zu geben, ist dies Satyrspiel eine Parodie auf die sich allgemach immer breiter machende, immer unkritischere Nazi-Nostalgie, mit der sich die Medien hohe Einschaltquoten erheischen.« (Werner Fritsch)
Hörspiel des Monats September 2006, Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
Grenzenlose Naivität, skrupelloser Eigennutz, Selbstgefälligkeit und die Fähigkeit, das nicht ins heimelige Welt- und Selbstbild Passende ganz selbstverständlich auszublenden - Werner Fritsch entwirft einen Charakter, der nicht nur Hermann Görings Frau zu einer willigen und deshalb gefährlichen Ignorantin machte. So schrecklich und furchterregend dies klingt, so beißend, amüsant und entlarvend ist Werner Fritschs Monolog der Emmy Göring, die aus der Puderdose plaudert und die ganze Spießigkeit, die verbrämte Tugendhaftigkeit der Nazi-Elite zur Schau stellt.
Ein Spiel, reich an Material, an Sprachfärbungen, Geräuschminiaturen, musikalischen Versatzstücken, Zeitgeschichte und Geschichtchen, ein absurdes Hörstück über Schein und Sein, das uns das Schaudern lehrt.
Mit:
Emmy Göring: Irm Hermann
Laufzeit: 54 Minuten
Sendetermine: HR 2 - Mittwoch, 4. April 2007, 21:30 Uhr
Radio-Botschaften von Liebe und Restauration
Autor(en): Sylvia Rauer (BRD 1959)
Produktion: DLR 2004
Feature / Hörspieltheorie
Regie: Sylvia Rauer
Inhaltsangabe: Hörspiele hören ist eine spannende Angelegenheit, Hörspiele produzieren aber ist mindestens genauso aufregend. Davon erzählt Sylvia Rauer in ihrem "HörspielRaum", der die Entstehung des Hörspiels "Rot und schwarz" nach dem Roman von Stendhal beleuchtet.
Mit:
Helmut Peschina, Stefanie Hoster, Markus Meyer, Chris Pichler, Jaschke Lämmert, Michael König, Linda Olsansky, Matthias Walter, u.a.
Laufzeit: 55 Minuten
Sendetermine: DLR - Mittwoch, 4. April 2007, 21:33 Uhr
Luks
Autor(en): Johanna Olausson (Schweden)
Produktion: WDR 2007
Regie: Susanne Krings
Komposition: Ralf Haarmann
Inhaltsangabe: "Hallo, ich heiße Etel. Ich bin ein süßes Mädchen von vier Jahren, das einen Babysitter braucht." Über diese harmlos klingende Anzeige lernt die zwölfjährige Luks die kleine Etel kennen. Und deren Eltern Petra und Peter, die sich seit einem halben Jahr einen familiären Kleinkrieg liefern, dessen Front buchstäblich quer durch die Wohnung verläuft. Die wirksamste Waffe und das empfindlichste Ziel dieses Krieges ist die gemeinsame Tochter. An Etel werden Exempel statuiert, mit denen die gegnerische Seite gestraft oder umgekehrt ihre Unmenschlichkeit bewiesen werden kann. Luks bespitzelt bald im doppelten Auftrag die Kontrahenten. So wird sie Teil eines Krieges, der die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen Realität und Albträumen überspringt - eine beklemmende, surreale Parabel über sehr reale seelische Grausamkeiten.
Laufzeit: ~ 55 Minuten
Sendetermine: WDR 3 - Mittwoch, 4. April 2007, 22:00 Uhr (Ursendung)
[Quelle:
www.hoerdat.de]