VPRT fordert Legalisierung von Product Placement
Während bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten die Diskussion um die Eindämmung von Schleichwerbung in vollem Gange ist, hat sich der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) für die Zulassung von Product Placement stark gemacht. Wie Verbandspräsident Jürgen Doetz gegenüber der "Netzeitung" erklärte, sei dies eine "notwendige Finanzierungsmöglichkeit" der Sender. Doetz begründete seine Forderung mit der Möglichkeit mittels Festplattenrekordern Werbepausen auszublenden. Dadurch würden die klassischen Werbeblöcke für Werbekunden unattraktiv. Doetz betonte aber auch, dass es dabei nicht um die Freigabe von Schleichwerbung gehe, sondern die Erkennbarkeit von Product Placement und darum, "die Irreführung der Zuschauer zu verhindern". Um die Erkennbarkeit dieser Art von Werbung zu gewährleisten, schlägt Doetz vor, im Vor- und Abspann einer Sendung auf deren Werbepartner hinzuweisen. In diesem Zusammenhang begrüßt Doetz auch eine Initiative der EU-Kommission, durch eine Änderung der EU-Fernsehrichtlinie Product Placement in TV-Programmen zu erleichtern. Gleichzeitig betonte Doetz erneut, dass die Forderung nach einer Zulassung von Product Placement nicht für die öffentlich-rechtlichen Sender gelte. Bereits im September 2002 hatte der VPRT sich für ein generelles Werbeverbot bei ARD und ZDF stark gemacht.
Die aktuelle Schleichwerbungsdebatte war losgetreten worden, nachdem bei der Daily Soap der ARD der Verdacht von Schleichwerbung mit Wissen der Produktionsfirma Bavaria Film entstanden war. Nachdem zwischenzeitlich noch weitere Verdachtsfälle bekannt geworden waren, hat die ARD beschlossen, als erste Maßnahme künftig ihre Redakteure mit einem Schulungsfilm für die Thematik zu sensibilisieren.
Quelle: Blickpunkt:Film