Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstitutes TNS EMNID im Auftrag der Monatszeitschrift "Reader's Digest" (Stuttgart) unter 1001 Deutschen hervor. Danach antworteten 65 Prozent mit Ja, bei der Frage, ob sie an einen Gott glauben. 33 Prozent verneinten die Frage. Dabei ist ein deutliches Ost-West-Gefälle sichtbar. In den alten Bundesländern bezeichneten sich lediglich 22 Prozent als nichtgläubig, in den neuen Bundesländern waren es 77 Prozent der Befragten.
Auch wenn noch erstaunlich viele Deutsche an die Existenz Gottes glauben, so verlieren die Kirchen an Bedeutung. Nur zehn Prozent der Protestanten und
23 Prozent der Katholiken gehen "regelmäßig" in die Kirche. Das mag damit zusammen hängen, wie die Bundesbürger die Begriffe Gott und Glauben füllen.
70 Prozent die Auffassung, dass alle Religionen gleich sind und keine Religion einer anderen überlegen ist. 22 Prozent stimmten dieser Aussage nicht zu. 83 Prozent waren der Meinung, dass Gottes Wesen in der Natur überall gegenwärtig sei. Nur 23 Prozent halten die Schöpfungsgeschichte, wie sie auf den ersten Seiten in der Bibel berichtet wird, für wahr. 71 Prozent glauben eher an die Evolutionslehre von Charles Darwin, wonach der Mensch vom Affen abstammt.
Vor die Wahl gestellt, welche Begriffe sie für Gott einsetzen würden, entschieden sich 82 Prozent für "Natur", weitere 80 Prozent für "Kraft" und 70 Prozent als eine "allgegenwärtige Kraft" in ihrem persönlichem Leben.
75 Prozent halten dennoch Gott für das Wesen, das sie erschaffen, aber mit einem freien Willen ausgestattet hat. Dieser Gott greift nach Meinung von 26 Prozent der Befragten "direkt in das Geschehen" auf Erden ein und zeigt nach Ansicht eines jeden fünften (20 Prozent) "sein Missfallen durch Katastrophen wie Erdbeben oder Seuchen wie Aids".
Für 56 Prozent greift Gott "indirekt über Menschen in das Geschehen" ein.
Für die Hälfte wird Gott immer dann aktiv, "wenn die Menschen mit ihren Möglichkeiten am Ende sind" und für 42 Prozent handelt er "dort, wo Menschen es zulassen".
33 Prozent trauten Gott alles zu. 59 Prozent waren der Meinung, dass sie durch das Gebet jederzeit die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme zu Gott haben. 38 Prozent verneinten diese Frage.
Für 61 Prozent ist Glaube reine Privatsache. 29 Prozent halten diese Frage für völlig unwichtig. Nur sieben Prozent waren der Meinung, dass es Glauben nicht ohne ein Bekenntnis zu einer Kirche geben kann, die über Glaubensinhalte entscheidet.
quelle: glaube24