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Perry

bringt Angsthasen nach Muffenhausen

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1

Mittwoch, 7. April 2021, 15:38

Warum eigentlich nicht Michael Strogoff?

Ich bin jetzt schon sooooo viele Jahre hier an Board und noch länger Hörspielsammler. Mal abgesehen von leichten Intensitätsschwankungen hält diese Leidenschaft noch immer an.

Um so so eigenartiger, dass mir heute offenbar zum ersten Mal bewusst wird, dass das Label EUROPA den Roman "Der Kurier des Zaren" von Jules Verne nie für ein Hörspiel adaptiert hat.

Div. Klassiler der Weltliteratur wie. Robinson Crusoe, Moby Dick, Meuterei auf der Bounty, Onkel Toms Hütte, Die drei Musketiere und was ich ich was noch, wurden vertont. Aber nicht der Kurier.

Mir stellt sich gerade wahrhaft die Frage nach dem "Warum"?

Etwa vergessen? :gruebel:
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Markus G.

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2

Mittwoch, 7. April 2021, 23:27

Spannende Frage! Es hat sich anscheinend nie ergeben. Und heute ist der Zug dafür abgefahren.

3

Donnerstag, 8. April 2021, 10:56

Vielleicht gab es zu der Zeit einfach schon zu viele Versionen?

In der sehr schönen Zusammenstellung von jules-verne-comics.de
https://jules-verne-comics.de/julesvernehsp/kurier.htm
werden 6 verschiedene Versionen aus den 1970er Jahren aufgeführt.

Und „meine“ Vethake Version ist mit 40 unterschiedlichen Covers vorhanden!

BTW: Die Scheerbarth Version mit Hans Söhnker als Erzähler, Klaus Sonnenschein ("mein" Old Shatterhand) als Kurier und Marei Obladen ("meine" Nscho-tschi) als Nadja würde mich jetzt wirklich interessieren

Perry

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4

Donnerstag, 8. April 2021, 11:25

Vielleicht gab es zu der Zeit einfach schon zu viele Versionen?
https://jules-verne-comics.de/julesvernehsp/kurier.htm

Das ist ja mal eine sehr schöne Collage.

Zähneknirschend muss ich aber feststellen, dass ich mit einer Ausnahme alle dort gelisteten LP-Versionen besitze.
Diese fehlt mir aber. Und gesehen habe ich sie auch noch nie.

Und von diesem MC-Cover besitze ich als LP :D


Und das Argument, dass es evtl. zu der Zeit bereits zu viele Versionen gab, lasse ich nicht gelten. Wenn man die ganzen Covervarianten der Vethake-Fassung abzieht, bleiben da nicht so viele über.

Von den großen Märchen wie Schneewittchen usw. gibt es sicher wesentlich mehr...

Seit mir dieser Gedanke durch den Kopf geistert bin ich regelrecht angefressen, denn Europa konnte Abenteuer doch recht gut umsetzen.
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5

Donnerstag, 8. April 2021, 11:50


... wo man den Alcide konsequent zu Alice macht ...

Gruß
Skywise
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Mittwoch.
Kollegin: "Mein Chef hat vorhin noch von Kollege X und Kollegin Y als den 'Stützen der Abteilung' gesprochen."
Skywise: "Na ja, zwischen 'Stütze' und 'Krücke' ist jetzt nicht soo ein großer Unterschied ..."
Kollegin: "Nö, stimmt. Aber die nehmen das tatsächlich ernst!"

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6

Donnerstag, 8. April 2021, 12:15


... wo man den Alcide konsequent zu Alice macht ...

Gruß
Skywise
Nicht bei der Telefunken-Version :holmes: :D . Also konsequent inkonsequent.
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Markus G.

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7

Donnerstag, 8. April 2021, 13:57

Kann es an Verträgen oder Rechte gelegen haben????

8

Donnerstag, 8. April 2021, 15:33

@Markus G.:
Kann ich mir nicht vorstellen. Gut, die Sachen waren natürlich bei Entstehung noch urheberrechtlich geschützt, da Jules Verne noch nicht so lange tot war ... aber zu dem Zeitpunkt, als "Kurier des Zaren" populär war, sind bei Europa andere Verne-Geschichten umgesetzt worden ("Reise um die Welt in 80 Tagen", 1976/"20.000 Meilen unter dem Meer", 1977/"Geheimnisvolle Insel", 1977/"Reise zum Mittelpunkt der Erde", 1978/"Kinder des Kapitän Grant", 1979/"Stahlelefant", 1979/irgendwashabichbestimmtvergessen, 2021). Und Europa hat da auch die Konkurrenz nicht gescheut, denn andere Labels sind ja auch um den Dreh rum auf Jules Verne aufgesprungen, teils sogar mit denselben Geschichten ...
Vielleicht gab's andere Gründe ... irgendein H. G. Francis, der gesagt hat "Och nö, gefällt mir nicht, Scheiß-Geschichte, danke laß ma, Heikedine" oder der gerade ohnehin zu viele andere Sachen am Laufen hatte ... :keineahnung:

Gruß
Skywise
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Markus G.

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9

Donnerstag, 8. April 2021, 15:38

Ja, Desinteresse könnte durchaus ein Grund gewesen sein. Vielleicht wissen ja die Jungs von der Playtaste Bescheid?!

10

Donnerstag, 8. April 2021, 16:11

Aber wo ich ohnehin gerade dabei bin, drüber nachzudenken:
Könnte "Pech" ein Grund sein? Auch bekannt als "Marktentwicklung"? Für mich endet nämlich Ende der 70er bei Europa die Zeit der "literarischen Klassiker". Ab da übernahmen langsam Enid Blyton, die drei ???, Gruselserie, Funk-Füchse, ... wenn man jetzt mal von einigen wenigen Randnotizen absieht (Edgar Wallace, Sherlock Holmes), hat sich doch Europa da immer mehr von a) Einzelhörspielen und b) von den "klassischen Vorlagen", die auch von anderen Labels (und Sendern) umgesetzt wurden (und werden), immer mehr gelöst. Vielleicht fiel der "Kurier" ebenso wie einige andere Verne-Sachen, die man noch locker hätte umsetzen können, dieser Entwicklung anheim ...

Gruß
Skywise
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11

Donnerstag, 8. April 2021, 21:01

Das klingt für mich am plausibelsten.

LibussaKrokus

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12

Donnerstag, 8. April 2021, 21:40

Ich denke, dass in Kombination mit dem Argument von Skywise vor allem die Strogoff-Version von Poly mit Raimund Harmstorf auf dem Cover allen potentiellen Folgeproduktionen des "Kurier des Zaren" das Wasser abgegraben hat. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute die LPs vermutlich nur wegen des Covers gekauft haben. Die Miniserie lief 1976 und das Ganze war damals verdammt populär, dass parallel dazu auch der Seewolf mit Harmstorf nochmal neu aufgegossen wurde. Könnte sein, dass Europa auch deswegen dankend abgewunken hat.
Nothing makes a father happier than seeing his daughter with a smile on her face and her boyfriend with fear in his eyes!

Glück ist wie furzen. Wenn man es erzwingt, kommt nur Scheiße raus!

13

Donnerstag, 8. April 2021, 22:43

Und ich fand / find die beiden Harmstorf-Adventsvierteiler ja richtig gut :love:


Wobei ich nicht mehr auf dem Schirm hatte, das der Seewolf tatsächlich schon von 1971 war :eek:
Eine schöne Auflistung der Serien und Erstaustrahlungen hatten wir übrigens mal >> HIER<<



Ich weiß nur noch, dass Der Kurier des Zaren eine unserer ersten selbst aufgenommenen Video-Geschichten war - das dürfte dann wahrscheinlich auch schon eine spätere Ausstrahlung/Wiederholung gewesen sein :gruebel:
Als Hörspiel hatten wir die Vethake-Version von Zebra - und auch da erinnere ich mich an einige Dauerschleifen :blink:
Eine Europa-Version hatte ich irgendwie gar nicht vermisst und es war mir auch noch nicht bewusst aufgefallen, dass es da gar keine gibt :shy: :verlegen:

joe adder

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14

Freitag, 9. April 2021, 21:42

Und ich fand / find die beiden Harmstorf-Adventsvierteiler ja richtig gut :love:

Das war noch richtig was. Da haben wir auch gebannt vor der Flimmerkiste gehockt. Ich erinnere mich heute noch an die Szene, wenn Strogoff geblendet wird. :eek:

Zitat



Eine Europa-Version hatte ich irgendwie gar nicht vermisst und es war mir auch noch nicht bewusst aufgefallen, dass es da gar keine gibt :shy: :verlegen:

Ich dachte auch gerade: Häh? Tatsache! :lol::rofl:
"Warum sollte ich mich fürchten? Ich kenne keine Furcht."

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Uwe

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15

Sonntag, 11. April 2021, 00:08

Nach deutschem Recht erlischt das Urheberrecht an den Werken eines Autors grundsätzlich 70 Jahre nach dem Tod des Autors.

Jules Verne starb 1905. Also müssten seine Romane seit 1975 hierzulande rechtsfrei gewesen sein. Wenn mich nicht alles täuscht, entstanden alle Vertonungen der kommerziellen Labels auch erst ab diesem Jahr.

"Der Seewolf" ist übrigens von Jack London, nicht von Jules Verne. ;)

16

Sonntag, 11. April 2021, 13:42

"Der Seewolf" ist übrigens von Jack London, nicht von Jules Verne.

Das war mir auch durchaus klar :)
Ich hatte aber eben trotzdem direkt die Harmstorf-Assoziation bzgl. der Advents-Vierteilern, die durch Libussas Anmerkung noch zusätzlich befeuert wurde :prost:

17

Montag, 12. April 2021, 18:15

Ich glaube nicht, dass sich EUROPA hat einschüchtern lassen, wenn von einem anderen Label eine umsatzstarke Version des Hörspiels den Markt abgegrast hatte. Im Gegenteil: Europa wäre bestimmt auf das Trittbrett aufgesprungen, selbst wenn man nur 500 Platten verkauft hätte.
Ich denke auch, dass es andere Gründe hatte, z.B. Programmumgestaltung, sprich Verjüngungskur mit Lizenz-Hörspielen anstelle Romanklassikern.

Uwe

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18

Montag, 12. April 2021, 19:37

Wie dem auch immer war.

Ich finde es nicht unklug von Beurmann und Körting, dass sie nicht die hundertste Version von "Der Kurier des Zaren" gemacht haben, sondern stattdessen einen eher unbekannten Stoff von Jules Verne wie "Der Stahlelefant". Der wurde nämlich meines Wissens damals von keinem anderen Label vertont.

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