Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: CLH - Hoerspielforum und mehr. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

21

Freitag, 1. Februar 2008, 14:45

RE: Religionskritisches Kinderbuch auf den Index?

Zitat

Original von leocat
Gegen christliches Verhalten und die Grundsätze habe ich nichts. Wohl aber gegen die Weltanschauung, die über Verhaltensregeln hinausgeht.

dann wär z.b. die bibel ja nur ein gesetzbuch - und das ist es ja - im wahrsten sinne gott sei dank - net.

Zitat


Wieso berufst du dich eigentlich hier auf die christlichen Wurzeln des GG - weiter unten trennst du - im Irland-Fall - das wieder ganz geschickt. Da hat die Politik mit dem Glauben plötzlich nichts mehr zu tun... :gruebel:


im fall irland wird das christliche nur als deckmantel genommen und somit missbraucht. es liegt also in diesem fall nicht an der sache selbst, sondern wie es gelebt wird


Zitat

Zitat

die mit Himmel und Hölle Kinder einschüchtern -

Zitat

die dinge beinm namen zu nennen bedeutet ja nicht gleich damit zu drohen, oder?!


Zitat

Nicht immer, aber man KANN es so meinen. Und als Erziehender auch so benutzen. Ich finde das nichtmal schlimm.


ich schon, sofern sowas überhaupt vorkommt. aber da müssten wir uns mal damit befassen was sich hinter den begriffen "himmel und hölle" verbirgt. das könnte jetzt allerdings den rahmen etwas sprengen :)



Zitat

Aber ich bin immer für die volle Wahrheit. Ich hatte keinen Religionsunterricht in der Schule, habe mir aber bereits mit 12 aus eigenem Antrieb eine Schulbibel gekauft - eben weil ich mich damit befassen wollte: Stichwort: Religionsmündigkeit.


dann solltest du doch eigentlich dafür sein, dass auch dinge genannt werden, die auf den ersten blick "sperrig" (himmel und hölle,...) und nicht ganz leicht zu verstehen sind. nur sollte man sich dann die mühe machen, den dingen auf den grund zu gehen.


Zitat

Zitat

Sicher nicht - aber auch nicht besser, oder? Ich finde eben, dass es keine Rolle spielen sollte, woran jemand (oder nicht) glaubt. Zumal im Kindesalter. Dieses Wetteifern um den einzig wahren glauben - wir sehen doch, wohin das führt. Junge Studenten, die Bomben in Züge legen. (mal zugespitzt, zugegeben, aber auch wahr).


Zitat


*luft tief einzieh* das heisst also dann auch, dass jemand der in der ddr gross geworden ist auch automatisch stasi-spitzel ist? oder dass man als deutscher auch gleichzeitig nazi ist? nur weil extremisten bomben zünden kann man doch wohl nicht gleich alle religionen in einen sack stecken. und bitte bitte jetzt nicht noch die kreuzzüge auspacken. und falls der irland-konflikt als ein beweis herhalten soll: da gehts im grunde nicht um religion - und schon gar nicht darum, dass hier nach biblischen masstäben gelebt wird, das ist nur der deckmantel. oder fällt dir da ein beispiel ein, wo jemand kurz vor dem zünden einer bombe schrie "ich glaube an jesus!"? ich nicht. sollte man imho schon ein klein bisschen differenzierter betrachten...
edit: auch wenn der islam ein gewisses gewaltpotential hat - ich würde mich auch dagegen verwahren, dass jeder im islam drauf und dran ist bomben zu zünden!


Zitat

Habe ich das behauptet? - ich habe gesagt, dass das zugespitzt ist und nur Ausnahmen sind - aber schlimme Ausnahmen.


das hast du gesagt:

Zitat

Dieses Wetteifern um den einzig wahren glauben - wir sehen doch, wohin das führt.


also ich weiss von keinem fall, wo im namen von jesus bomben gezündet wurden (wie gesagt, in irland geht es darum, dass es um "kath" gegen "ev" geht, aber eigentlich geht es in der tiefe um die beiden "bevölkerungsgruppen". schliesslich geht es ja nicht um religiöse inhalte, à la "ich schmeiss dir nen sprengsatz rüber, weil du einen rosenkranz betest" - und bei den kreuzzügen gings um menschliche macht, was ebenfalls unter religiösem deckmantel besser verkauft werden konnte)


Zitat


Zitat

in unserer heutigen zeit ist doch jeder suspekt, der es mit einer sache ernst meint. da ist man dann gleich ein radikaler. nicht nur in diesem bereich. da werden dann die liberalen sehr unliberal, die toleranten intolerant.


Bin ich intolerant wenn ich sage, dass ich nicht an Gott glaube?


das habe ich ja auch gar net behauptet :)


Zitat

Zitat

Zitat


Sicher? Ich würde sagen: nicht mehr und nicht in unseren Breiten. Zumindest nicht, wenn man sich den beiden "großen Häusern" anschließt

sektierer, diejenigen, die die grundsätze des christentums verdrehen gibt es natürlich. aber auch hier sollte man sich die mühe machen und genauer hinsehen, denn nicht jede gruppierung, die sich nicht nem evangelischen oder katholischen "club" anschliesst ist dem zuzurechnen.


Habe ich auch nie behauptet.


es lies sich so interpretieren, dass nur "kath" und "ev" in deinen augen eine berechtigung haben.


Zitat

Meine Schwiemu ist in der Heilsarmee aktiv (einer Gruppierung der ich gerade wegen des militärischen Untertons weniger als gar nichts abgewinnen kann) bestreite aber nicht, dass die viel Gutes und Wertvolles tun. Ich hab da auch schon mitgeholfen - aber dazu braucht es nicht meine Mitgliedschaft in dieser oder einer anderen Glaubensgemeinschaft. Schon seltsam - und traurig - dass Hilfe und Einsatz für Andere so oft ein christliches Deckmäntelchen braucht, um anerkannt zu werden.


nunja, liegt auch einfach ein bisschen daran, dass die meisten sozialen initiativen da her kommen - zumindest was ihren ursprung angeht (diakonie,...). wobei es ja heutzutage eher ein nachteil ist, wenn es von christlicher seite kommt.


Zitat

Zitat

aber kirchlich geheiratet habt ihr schon?


Nein - und werden wir auch nicht.


das ist dann konsequent! ich wundere mich mich schon manches mal, dass manche(!) trotz heftiger kritik an kirche(nsteuer) dann doch ein bisschen kirchliche romatik als dekoration wollen.


Zitat

Zitat

also mit so "worthülsen" kann ich wenig anfangen. was ist christlicher fundamentalismus und wie zeigt er sich in deinen augen?


Da du Irland ja schon ausgeschlossen hast, will ich es vielleicht anders ausdrücken:

Auch die beiden "großen" Kirchen greifen auch hierzulande in das Leben von Bürgern nicht immer vorteilhaft ein.


das ist ja nun etwas anderes als bombenlegen... was ja hierzulande unter fundamentalismus verstanden wird. wobei es ja eigentlich - vom wort her gesehen - positiv ist: ein fundament haben. mich ärgert es btw auch immer wenn ich reisserische s.g. reportagen sehe, wo man schon für den potentiellen terroristen gehalten wird, wenn man mehr betet als nur vorm essen oder manche beim beten die arme in die luft heben um zu zeigen, dass jesus ihnen mehr bedeutet als schmidts katze. so what?! mein fall ist letzteres beispiel auch net, da gibts andere "formen" die mir mehr liegen. aber seitens der s.g. reporter wird etwas genommen, was einem unbekannt ist und wird deshalb gleich mal vorverurteilt (bringt halt mehr kohle, weils eher gesendet wird).


Zitat

Wenn zum Beispiel einer Krankenschwester der Rauswurf aus dem katholischen Krankenhaus droht, weil sie einen Mann geheiratet hat, der keine Kirchensteuer zahlt (der Mann ist dann notgedrungen eingetreten) - ist das "normal"?

davon abgesehen ob es gut ist oder net (wenn ich in der situation der kh-leitung wäre hätte ich es nicht gemacht) und es sicherlich eine ausnahme(!) ist (auch auf kath seite!): auf jeden fall lasse ich mich auf das ganze ein, wenn ich mich dort anstellen lasse. ist ja net so, dass ich meinen arbeitgeber und seine weltanschauung erst dann kennen lerne, wenn ich meinen arbeitsvertrag schon unterschrieben habe. dass die kath kirche auf eine gewisse "bindung" wert legt ist ja nu kein geheimnis.


Zitat

Und wie kann es sein, dass wenn es nur einen Verdiener in der Familie gibt, die Kirchensteuer für BEIDE von dem einen Gehalt abgezogen wird, obwohl nur ein Verdienst vorliegt - was den Steuervorteil bei Verheiratenden in vielen Fällen ad absurdum führt (nämlich zum Nachteil wird)

ist das so? :gruebel: mal abgesehen dass das vielleicht von landeskirche zu landeskirche anders gehandhabt wird: es profitieren doch auch beide von der kirche, oder? und wer denkt, das ist wirklich nicht der fall (was bei eher wenigen der fall sein wird), tritt halt aus.


Zitat

- und der Staat dafür auch noch den Vollstrecker gibt.

wenn die kirchen dem hinterherlaufen müssten würden sie zu gar nichts mehr kommen, sprich die kirchensteuer dadurch verbrauchen, um die kirchensteuer zu bekommen :D


Zitat

Und im Buchhandelsbereich gibt es mit Weltbild, ein Unternehmen, dass sich was Dumpinglöhne und Arbeitsbedingungen anbelangt nicht gerade profiliert - obwohl es doch mehrheitlich mehreren katholischen Diözesen gehört (was ich jetzt nicht der Religion zum Vorwurf mache - das ist Wirtschaft - aber diese "Wasser predigen und Wein trinken"-Mentalität widert mich halt an).

da kenne ich die "besitzrechte" und "arbeitsverhältnisse" net, um das beurteilen zu können. auf mich als aussenstehenden ist weltbild ein normaler verlag, der vielelicht mal auf kath. gründung zurückzuführen ist (hat ja schliesslich auch genug bücher, etc im angebot, die sich nicht mit kath lehrmeinungen decken).


ächz, dieses elende "zitieren" :D mit dem quoten hab ichs heute net so :spot:
Eingeschränkter Winterdienst. Betreten auf eigene Gefahr!


Dieser Beitrag wird 155 mal editiert werden, das letzte Mal von Sledge_Hammer: 05.08.2012, 10:37.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Sledge_Hammer« (1. Februar 2008, 14:56)


leocat

Königin von Hukapetapank

  • »leocat« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 863

Wohnort: Auch fast ganz oben

Beruf: Buchhändlerin

  • Nachricht senden

22

Freitag, 1. Februar 2008, 15:17

:lol: Hör mir mit dem Zitieren auf - was denkst du woher die ganzen Edits kommen? :lol:

Dann sind wir uns doch im Grunde einig bis auf die Tatsache dass du an einen Gott glaubst und den auch in der Gesellschaft widergespiegelt sehn willst und ich eben nicht :) Jeder nach seiner Fasson - da geh ich mit dem Alten Fritz.

Nur darauf habe ich noch zu antworten:

Zitat

wenn die kirchen dem hinterherlaufen müssten würden sie zu gar nichts mehr kommen, sprich die kirchensteuer dadurch verbrauchen, um die kirchensteuer zu bekommen fettes grinsen


Vielleicht kannst du - oder jemand anderer - dann erklären, wie das in anderen Staaten läuft? Im erzkatholischen Italien zum Beispiel? Das wüsste ich wirklich gern. Denn wenn die Kirche es hier so einfach hat und jammert, anders würde es nicht gehen, wie bekommen die von anderen Gläubigen ihren "Vereinsbeitrag"? Oder sind wir Deutschen am Ende die Dummen und finanzieren nicht nur die dt. Gotteshäuser sondern auch noch den kompletten Vatikan?

PS: zu nicht kirchlich heiraten: Meine Schwiemu war davon wohl gar nicht angetan - so muss ich wohl eines Tages in den Apfel beißen und ein zukünftiges Kind (haben! haben! :flennen: ) "wenigstens" taufen lassen - Gatte will das ja auch und ich find zumindest den Paten-Gedanken gar nicht schlecht. Auch wenn ich eine Patenschaft ohne das ganze christliche Gedöns lieber hätte. Ich bin ja auch "Patentante" und habe mir das eben auf eine Art zurechtgelegt: Dass es eben nicht (nur) um christliche Werterziehung geht, sondern darum, dem Kind Ansprechpartner, Freund und auch Ratgeber zu sein - mit dem Wertesystem, das man selbst vertritt.

Tina

Queen

Beiträge: 4 235

Wohnort: Franken

Beruf: Stalker

  • Nachricht senden

23

Freitag, 1. Februar 2008, 18:38

Uih, jetzt sind wir aber weit von dem eigentlichen Thema (Buch) abgekommen. :D

Ich bin nachwievor der Überzeugung, dass dieses Buch seine Berechtigung hat und das diese Beauftragte Von der Leyens etwas gründlich missverstanden hat. Soweit ich das überlicken kann, geht es in dem Buch keineswegs um unterschwelligen Antisemitismus, wie uns diese Bundesfamilienbeauftragte glauben machen will.

Für nichtgläubige Familien ist dieses Buch mit Sicherheit eine willkommene Lektüre. Alle übrigen brauchen es ja einfach nicht lesen. :)

24

Montag, 10. März 2008, 12:36

Der Indizierungsantrag ist übrigens am 06.03.08 abgelehnt worden. Damit darf es nach wie vor frei beworben und verkauft werden :)

[isbn]3865690300[/isbn]

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kabukichan« (10. März 2008, 12:40)


25

Montag, 10. März 2008, 12:47

Toll, was mach ich jetzt mit den 10 Kisten die ich extra für Ebay gekauft hatte... :lach:
Krumpfy
wenns denn sein muß - mein senf dazu...

Lindequister

unregistriert

26

Dienstag, 11. März 2008, 01:14

Jede Religion verwendet mythologische Strukturen, um das zu vermitteln, was ihr wichtig ist. Das ist keine geplante Absicht, sondern hat sich über die Jahrtausende so entwickelt. Wenn man mal abstrahiert von der einzelnen Religion, so läßt sich generell sagen, dass z.B. Welterschaffungsmythen nicht wörtlich zu verstehen sind, sondern als symbolische Chiffren quasi als Wegweiser dorthin zeigen, was mit Worten nicht beschrieben werden kann: ins Transzendentale.

Kinder sind für Transzendentales sehr empfänglich. Die Frage, inwieweit ein Kind sich weitergehenden Erfahrungen öffnen kann, wird früh entschieden, genauso wie es eine bestimmte Zeitspanne gibt, in der durch Einflüsse die Phantasie stark gefördert wird oder eben nicht; in der die Sprachfähigkeiten (auch zu Fremdsprachen) gefördert werden oder nicht.

Nimmt man dem Kind durch Aufklärung ins Rationale früh den Zugang zum Transzendentalen, wird es den nur extrem schwer später wieder gewinnen können. Ich halte das (und damit auch vermeintlich wohlmeinende Bücher wie dieses) für falsch. Das Kind kann in dem Alter, für das dieses Buch geschrieben ist, noch nicht "souverän über Glauben oder Nichtglauben" entscheiden. Der Schaden, der durch eine solche Entzauberung entsteht, ist genausowenig wiedergutzumachen wie -- ich nehme hier ein bewußt krasses Beispiel -- eine zu frühe detaillierte Sexualaufklärung.

Völlig unabhängig von einer tatsächlichen Glaubensfrage -- ist man gläubig oder nicht -- halte ich so etwas für nicht kindgemäß und schädlich. Ein Kind braucht Leitfiguren spiritueller Art zur seelischen Reifung, Autoritätsleitbilder, die jenseits und über den Eltern stehen, die den unmittelbar wahrgenommenen Autoritäten als spirituelle Leitfiguren gelten. Ein Kind braucht das, um zu einer inneren Balance zu kommen. Nimmt man ihm die Religion, aber setzt nichts Gleichwertiges (und ich meine gleich wertig) an ihre Stelle, ist das ein Verbrechen am Kind.

Zur Zeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher